Cyber Love – Fuck the Internet

DieFrau dachte, es sei leichter mit Hilfe der Matrix einen passenden Mann zu finden. „Himmel, wo sind nur all die Wikinger, all die Cowboys hin? Wo sind sie? Die Männer, die zupacken und ihren Mann stehen. Ich bin müde.“ DieFrau wird zunehmend frustrierter und ja, mit der Zeit auch gehemmter. Sie weiß, dass sie anspruchsvoll ist. Zum Glück kann sie sich in ihre Tagträume flüchten und dank des Internets kann sie sich eine imaginäre Nähe aufbauen. Ihre Sehnsüchte, Wünsche und Gefühle kann sie wunderbar mit Cyber Sex befriedigen und Zuneigungsbeteuerungen sowie Streicheleinheiten holt sie sich von ihren virtuellen Freunden, von denen sie allein an die 2000 auf Facebook hat. Einer findet sich immer, der ihr Komplimente macht. Auf Dauer ist das allerdings nicht ausreichend und sie fragt sich „Wozu hab ich all die eleganten Kleider, die aufreizende Wäsche und die teuren Stöckelschuhe? Nein, ich weigere mich zu glauben, dass es da draußen keinen Romeo für mich gibt. Ich will einen Mann und zwar einen, den ich anfassen kann.“

 

Er hat etwas von Gérard Depardieu, wohnt nicht weit von ihr entfernt und schreibt:

„Bist du ein Chicken oder ein Adler?“

 

„Ein Adler natürlich!“

 

„Um ein Adler zu sein, bedarf es großen Mutes! Adler steigen hoch auf in den Himmel und verschwinden mit einem Mal. Bist du dir sicher, dass du ein Adler bist?“

 

„Ja, denn nach dem Aufstieg kommt bekanntlich der Fall. Ich werde dir dienen, weil du mich dann nicht fallen lässt. Du wirst mich hegen und pflegen, weil ich dein Liebstes bin.“

 

„Also gut, wenn du dich auch nach Zärtlichkeit und Nähe sehnst, dann lass uns gleich morgen treffen. Alles Weitere können wir dann persönlich besprechen.“

 

„Wann und wo?“

 

„Um 10 Uhr beim Rathaus.“

 

„Oh, das wird kein Blind Date sondern ein Blind Wedding. Na ja, das wäre mal etwas anderes.“

 

Gérard holt sie am Rathaus ab und nimmt sie mit zu sich nach Hause. Er ist aufgeschlossen, redegewandt, schwarzhaarig, 1,90 m groß und lässig. Er hat ein freistehendes Haus mit einem riesigen Garten. DieFrau ist schüchtern und weiß nicht recht, wie sie sich verhalten soll. Er hingegen ist gesprächig und aktiv. Gérard bringt ihr etwas zu trinken und beginnt sofort mit ihr zu flirten. Nach kurzem Smalltalk über die Exfreundin, die soeben ausgezogen ist, beginnt er ihr Komplimente zu machen und dann küsst er sie einfach.

 

Irgendwie gefällt ihr das. Mit einem Mal packt er sie und trägt sie durch die halbe Wohnung. Sie ist perplex, noch nie zuvor hatte ein Mann sie, bei ihrem Gewicht, hochgehobenen, geschweige denn getragen. Er legt sie vorsichtig auf das Bett im Schlafzimmer. Sie küssen sich stürmisch, dann will er auch schon mehr. Er ist sicher ein Mann nach dem sich viele Frauen die Finger ablecken würden, denn er hat Geld, sieht ganz gut aus und ist zudem witzig . Aber sie hat keine Lust mehr auf ihn.

 

Bei Männern ist eine funktionierende Beziehung stark auf das Erotische gepolt. Mag sein, dass das an der Evolution liegt, denn schließlich diente der sexuelle Kontakt der Arterhaltung. Manch einer geht zur Hure, das ist ein faires Geschäft. Die eine Seite bezahlt und die andere liefert, dabei weiß jeder, worauf er sich einlässt. Dank des Internets gibt es jetzt auch andere Männer, die eine leichte Beute im Internet systematisch erkennen. Und natürlich die, die niemals für solche Dienste bezahlen würden oder gar können. Sie suchen aus der allgegenwärtigen Einsamkeit heraus den schnellen gemeinsamen Sex. Entweder man benutzt oder man wird benutzt. Schluss damit!

 

„Fuck the Internet, their morals and the cheap and tacky sex, too.“

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s